2010er Filmpreise gehen nach Rumänien, Österreich und Belgien

Der Goldene Kurbel 2010 bekommt der rumänische Filmemacher Alexei Gubenco. Mit „Vive La Crise!“ hat Gubenco einen brillanten, optimistischen Animationsfilm geschaffen, der in der Finanz- und Wirtschaftskrise beginnt: Ein Wirtschaftsboss (Bild unten) plus Lebenspartnerin erleiden einen radikalen ökonomischen Niedergang, der Kühlschrank ist leer, die Limousine liegt still. Der erzwungene Konsumverzicht bringt beide zum Radfahren, das sie schließlich zu zwei gesunden Menschen formt und die Luft sauber hält. „In satirischer Form verbindet der Kurzfilm das Radfahren mit Aspekten des Antikonsumismus und zeigt sowohl die individuellen Vorteile des Fahrrads (macht schlank, schön, glücklich) als auch seinen gesellschaftlichen Nutzen (blühende Landschaften im Wortsinn)“, so die Festivaljury.

Platz zwei geht nach Österreich an David Paede und Barbara Sas: In hoher erzählerischer Qualität versetzt „Bikekitchen – a filmic approach“ das Publikum in die gleichnamige Fahrradselbsthilfewerkstatt in Wien. Hier helfen Fahrradfreaks jedem defektem Fahrrad, ganz und gar unabhängig vom Geldbeutel des oder der Eigentümerin. Die Werkstatt ist zugleich Treff- und Mittelpunkt der Wiener „critical mass“-Bewegung. Sie stellt die kritische Menge an Radfahrern, die es braucht, um in den Städten die Automobilisten an die Seite zu drängen. So entsteht der Platz, der dem Fahrrad als das bessere Verkehrmittel zusteht.

Den dritten Platz erreicht die Brüsseler Fahrradkampagne GRAQC, die sich für die Rechte und den Raum der Radfahrer in Belgien einsetzt. Auf dem Höhepunkt ihres packenden, in Brüssel gedrehten Italo-Western „Duel dans la sul“ stehen sich Rad- und Autofahrer Auge in Auge gegenüber, um sich schließlich eines besseren zu besinnen und sich freundlich zu umfahren.

Die 150 Zuschauer des Festivals haben den Kurzfilm „Robot“ zum besten Film des Publikums gekürt. „Robot“ ist das Werk der jüngsten Filmemacher, die sich je am ICFF beteiligt haben. Im stop motion von Timo Liedtke und Fiete Isfort, zwölf und elf Jahre alt, sabotiert ein Roboter (Playmobil) die Räder in seiner Umgebung, aber die Playmobilmenscheit lässt sich nichts gefallen schlägt zurück.